Achtung Kreuzfahrtschiff-Passagier: Lesen Sie Ihr Ticket!

Kreuzfahrtverletzung USA, Schadensanspruch USA, Schmerzensgeld USA, Unfall USAMit Buchung einer Kreuzfahrt sollten Sie als Kreuzfahrtschiff-Passagier ein Ticket erhalten, welches Bestimmungen hinsichtlich Ihrer Rechte als auch der beschränkten Haftung des Kreuzfahrtschiffunternehmens enthält. Dieses Ticket stellt einen Vertrag zwischen Ihnen und dem Kreuzfahrtschiffunternehmen dar, welcher auch als Befӧrderer beeichnet wird.

Für Sie als Kreuzfahrtschiff-Passagier ist es wichtig, die Vertragsbestimmungen zu kennen, denn diese stellen die Grundlage Ihrer Reisebedingungen dar. Sie enthalten in der Regel einige oder alle der folgenden Punkte:

  1. Das Ticket legt fest, bei welchem Gericht oder in welchem Land eine Forderung geltend gemacht bzw. eine Klage eingereicht werden muss.
  2. Das Ticket legt die Frist zur Klageeinreichung fest. Es kann auch vorschreiben, dass eine schriftliche Geltungmachung der Forderung innerhalb einer kürzeren Frist stattgefunden haben muss, um später Klage einreichen zu kӧnnen.
  3. Das Ticket kann auch eine Klausel enthalten, welche vorschreibt, dass im Falle eines Rechtsstreites, anstelle eines Klageverfarens ein Schiedsverfahren stattzufinden hat. Ein Schiedsverfahren ist eine alternative Methode der Rechtsstreitbeilegung und findet nicht vor dem Gericht, sondern vor Schiedsrichtern statt, wobei die auf diesem Weg getroffene Entscheidung für alle Beteiligten bindend ist.
  4. Das Ticket wird auch die finanzielle Haftungsgrenze des Kreuzfahrtschiffunternehmens einzuschränken wollen, indem es vorschreibt, dass Ihre Rechte einem internationalen Abkommen unterfallen und dies selbst dann der Fall ist, sollte die USA oder Ihr Heimatland dieses Abkommen gar nicht unterschrieben haben.

Einen solches Abkommen stellt z.B. das Athener Übereinkommen von 1974 über die Befӧrderung von Reisenden und ihrem Gepäck dar. So kann es sein, dass Ihr Kreuzfahrtschiff-Ticket vorschreibt, dass es unter die Regelungen des Athener Übereinkommens fällt und dies selbst dann gilt, wenn sie Bürger der Vereinigten Staaten oder einer anderen Nationalität sind, welche dieses Übereinkommen gar nicht akzeptiert hat. Sollte Ihr Kreuzfahrtschiff nicht von einem amerikanischen Hafen abgelegt haben bzw. keinen amerikanischen Hafen während der Reise angelaufen haben, kommt das Übereinkommen zur Anwendung. Dies erscheint unfair, insbesondere für Bürger der Vereinigten Staaten oder in Fällen in denen der Keuzfahrtschiffbetreiber in den Vereinigten Staaten sesshaft ist.

Einige amerikanische Gerichte haben die Beschränkungen, welche für den Kreuzfahrtschiff-Passagier durch das Übereinkommen entstehen, in Fällen angewandt, in denen die Beschränkungen in die vertraglichen Bestimmungen des Tickets aufgenommen wurden, das Ticket klar formuliert war und erklärte, inwiefern das Übereinkommen die Rechte von dem Kreuzfahrtschiff-Passagier tangiert. Das Übereinkommen wurde von amerikanischen Gerichten auch in Fällen angewandt, in denen die “Flagge” des Kreuzfahrtschiffes (zum Beispiel das Land in welchem das Schiff registriert ist) das Abkommen akzeptiert oder adoptiert hat.

Sollte Ihr Kreuzfahrtschiff jedoch von einem Hafen der Vereinigten Staaten ablegen oder legt es während der Reise an einem Hafen der Vereinigten Staaten an, ist das Recht der Vereinigten Staaten anzuwenden und geht damit dem des Übereinkommen vor. Sie kӧnnen jedoch davon ausgehen, dass das Kreuzfahrtschiffunternehmen die Anwedung des Übereinkommens auch in diesem Fall durchzusetzen versucht, da dessen Zweck ja die Minderung einer möglichen Entschädigung verfolgt.

Abhängig davon, ob Ihre Klage auf allgemeinem Schiffsrecht oder dem Athener Übereinkommen basiert, kann dies zu einem erheblichen Unterschied bei der Bemessung der Höhe eines mӧglichen Schadensersatzes führen. Die maximale Haftungsgrenze des Kreuzfahrtschiffunternehmens liegt nach jetztigem Stand bei ca. $70,000.00 (was durch Schwankungen im Umrechnungskurs etwas variieren kann). Diese Grenze besteht selbst in Fällen schwerster Verletzungen oder Verluste. Nach allgemeinem Schiffsrecht der Vereinigten Staaten ist ein Kreuzfahrtschiffunternehmen verpflichtet, für die Sicherheit seiner Passagiere zu sorgen und vor bekannten Gefahren, sowie Gefahren welche hätten bekannt sein müssen, zu warnen. Wurde diese Sorgfaltspflicht verletzt, haftet das Unternehmen für die Konsequenzen.  Allerdings können die Gerichte der Vereinigten Staaten das Ticket auch hier als einen Vertrag ansehen, welcher oben genannte Vertragsbestimmungen enthalten kann und welche damit anzuwenden sind wie z.B., dass eine Klage bei einem bestimmten Gericht eingereicht werden muss.

Sie sind daher am besten beraten, wenn Sie Ihr Ticket lesen und wissen, welchen Bedingungen und Regelungen Sie mit Betreten des Kreuzfahrtschiffes zugestimmt haben. Wenn Sie aufgrund eines Vorfalls auf einem Kreuzfahrtschiff Klage erheben möchten, kann es manchmal vorkommen, dass Sie bereits eine Frist versäumt haben, noch bevor Sie überhaupt einen Anwalt mit Ihrer Vertretung beauftragen konnten. So kann Ihr Ticket Ihnen z.B. vorschreiben, dass Sie dem Kreuzfahrtschiffbetreiber innerhalb einer kurz bemessenen Frist, schriftliche Mitteilung über die geplante Klageeinreichung machen müssen. Über solche Bestimmungen sollten Sie sich bewusst sein, denn sonst wird es Ihrem Anwalt schwer fallen, Ihren Fall zu gewinnen.

Oft kommt es vor, dass ein Passagier seine Kreuzfahrt bei einer Agentur oder online gebucht hat und vor Antritt seiner Kreuzfahrt kein Ticket erhalten hat oder keinen vollständigen Ausdruck des Tickets. In anderen Fällen wird das Ticket erst kurz vor Antritt der Kreuzfahrt ausgehändigt, so dass der Kreuzfahrtschiff-Passagier noch keine Möglichkeit hatte, das Ticket zu lesen. Für die meisten der Kreuzfahrtschiff-Passagiere ist eine Kreuzfahrt einfach nur ein schöner Urlaub, sollte jedoch etwas schief laufen, ist es gut zu wissen, was Sie als nächstes tun müssen und wie Sie ihre Rechte schützen können. Sollten Sie sich in einer solchen Situation befinden, kontaktieren Sie uns per E-Mail, damit wir Ihnen beratend zur Seite stehen können.

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